Portrait of the arzet: The Doctor in German Literature of the High and Late Middle Ages

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Publicado en:ProQuest Dissertations and Theses (2025)
Autor principal: Liston-Kraft, Philip
Publicado:
ProQuest Dissertations & Theses
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Acceso en línea:Citation/Abstract
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Descripción
Resumen:The healing arts in Western Europe of the traditionally termed High and Late Middle Ages, the period roughly from 1050 to 1500 CE, embraced a wide and dizzying range of practitioners, practices, and conceptual underpinnings. Regardless of who was trying to heal whom, medieval medicine, at least as practiced in Christian Europe, was largely ineffective. It may have had a placebo effect; the academic rhetoric that came to embellish it might have convinced some of its efficacy; but it did little to affect pathology or to stop the spread of diseases in a society, the majority of whose members subsisted in grossly unhealthful conditions. Nonetheless, the belief in and demand for therapeutic services of all types from a vast array of healers—secular and clerical, university trained and lay—remained strong through and beyond the Black Death in 1348. In light of this persistent faith in the possibility of healing, it is no surprise that the figure of the doctor—the arzet or arzatinne—appears so frequently in Middle High German texts of the period. This dissertation examines the perceptions of medieval medicine as reflected in a variety of such texts across multiple genres. It explores the variety of “attitudes” evinced towards the medical practitioner, ranging from the adulation of the wundarzet in epic poetry and of the saintly healer in hagiography; to the skepticism voiced by the preacher of the people, Berthold von Regensburg; to the ambiguous portrayal of secular healing in works such as Hartmann von Aue’s Erec or Der arme Heinrich. Alternatively, the doctor is fiendish in Reinhart Fuchs, a fraudster in Der Pfaffe Amis, and a fool in the merchant scenes of the Easter Plays. Medieval mystics who chose to rely on Christ’s healing power alone welcomed illness and disdained secular healing. And all the while, university-trained professionals attempted to ground explanations for the course and outcome of the illnesses they encountered, for their own treatment successes and failures, in Galenic science—a system often indistinguishable from magic. Notably absent from medieval German literature is any instance of arrant contempt for the doctor. Such expressions of contempt would have to wait for the modern era—a time in which paradoxically, although medicine has become more reliable, respect for and fear of medical authority has waned. Die Heilkünste im Westeuropa des traditionell als Hoch- und Spätmittelalter bezeichneten Zeitraums von etwa 1050 bis 1500 n. Chr. umfassten ein breites und schwindelerregendes Spektrum an Praktikern, Praktiken und konzeptionellen Grundlagen. Unabhängig davon, wer wen zu heilen versuchte, war die mittelalterliche Medizin, zumindest so, wie sie im christlichen Europa praktiziert wurde, weitgehend unwirksam. Sie mag einen Placebo-Effekt gehabt haben; die akademische Rhetorik, mit der sie verschönert wurde, mag einige von ihrer Wirksamkeit überzeugt haben; aber sie hat wenig dazu beigetragen, die Pathologie zu beeinflussen oder die Ausbreitung von Krankheiten in einer Gesellschaft zu stoppen, deren Mitglieder mehrheitlich in äußerst ungesunden Verhältnissen lebten. Nichtsdestotrotz blieben der Glaube an und die Nachfrage nach therapeutischen Leistungen aller Art durch eine Vielzahl von Heilern - weltliche und kirchliche, an Universitäten ausgebildete und Laien - bis zum Schwarzen Tod im Jahr 1348 und darüber hinaus bestehen. Angesichts dieses anhaltenden Glaubens an die Möglichkeit der Heilung ist es nicht verwunderlich, dass die Figur des Arztes - des arzet oder arzatinne - in mittelhochdeutschen Texten dieser Zeit so häufig auftaucht.Diese Dissertation untersucht die Wahrnehmung der mittelalterlichen Medizin, wie sie sich in einer Vielzahl solcher Texte in verschiedenen Gattungen widerspiegelt. Sie untersucht die verschiedenen „Haltungen“ gegenüber dem Arzt, die von der Verehrung des Wundarztes in der epischen Dichtung und des heiligen Heilers in der Hagiographie über die Skepsis des Volkspredigers Berthold von Regensburg bis hin zur zweideutigen Darstellung der weltlichen Heilkunst in Werken wie Hartmann von Aues „Erec“ oder „Der arme Heinrich“ reichen. Oder der Arzt ist teuflisch in „Reinhart Fuchs,“ ein Betrüger in „Der Pfaffe Amis“ und ein Narr in den Krämerspielen. Die Mystiker des Mittelalters, die sich allein auf die Heilkraft Christi verlassen wollten, begrüßten die Krankheit und verachteten die weltliche Heilung. Gleichzeitig versuchten universitär ausgebildete Fachleute, den Verlauf und das Ergebnis der Krankheiten, denen sie begegneten, sowie ihre eigenen Behandlungserfolge und -misserfolge durch die galenische Wissenschaft zu erklären - ein System, das oft nicht von Magie zu unterscheiden war. In der deutschen Literatur des Mittelalters findet sich kein einziges Beispiel für eine offenkundige Verachtung des Arztes. Solche Äußerungen der Verachtung müssen auf die Neuzeit warten - eine Zeit, in der paradoxerweise, obwohl die Medizin zuverlässiger geworden ist, der Respekt vor und die Angst vor der medizinischen Autorität abgenommen haben.
ISBN:9798280710580
Fuente:ProQuest Dissertations & Theses Global